Medienkompetenz

Für Kinder und Jugendliche ist das Handy zum alltäglichen Kommunikationsgegenstand bis hin zum Lebensinhalt geworden. Schnurlose Anwendungen durchdringen ihre gesamte Lebenswelt, stundenlange Nutzung ist üblich. Kinder wurden zu wichtigen Hauptkunden der Mobilfunkindustrie. Die Werbung ist auf sie fixiert. Die Mobilfunkindustrie malt eine schöne, problemfreie Handywelt, die sozialen, psychischen und gesundheitlichen Folgen aber sind gravierend.

Im gesamten Erziehungswesen und der Sozialarbeit wird der Gesundheitsaspekt noch nahezu ausgeklammert. Die akuten Effekte sind aber bereits sichtbar, die gesundheitlichen Langzeitfolgen absehbar und belegt. Eltern, Erzieher und Jugendliche müssen beginnen sich mit den Folgen aktiv und bewusst auseinander zu setzen.

Wie lernen die Kinder den richtigen Umgang mit dem Handys und den neuen Medien?

Werbung als Zeitdokument

Den Geldbeutel "Leerquatschen", den Kopf verstrahlen, die Werbung ist verräterisch. Der Umgang mit den neuen Medien ist zu einer zentralen Erziehungsaufgabe geworden und ist vom einzelnen Elternhaus nicht mehr zu leisten. Er muss zum Bestandteil der Erziehung in Kindergarten und Schule werden. Das Projekt Generation Handy, ausgearbeitet von Heike-Solweig Bleuel, ist hierfür ein Beispiel. Lehrern, Erziehern und Sozialarbeitern empfehlen wir, sich dieses Projekt näher anzuschauen (Projektbeschreibung [174 KB] aus der Broschüre „Die Gefährdung und Schädigung von Kindern durch Mobilfunk“). Lehrern empfehlen wir das Heidelberger Unterrichtsmaterial. Diese Materialien behandeln die pädagogischen, psychologischen, kommunikativen und gesundheitlichen Aspekte, auch die Frage der Medienkompetenz.

Was können Eltern tun? Reden Sie mit Ihrem Kind über die Gesundheitsproblematik, erklären sie ihm die Wirkungsweise des Handys und der Mikrowellenstrahlung. Stellen Sie ihm eine eigene Festnetznummer, die Sie meist bei ISDN noch übrig haben, zur Verfügung. Wenn Ihr Kind zu Hause ist, soll es vom Handy aufs Festnetz eine Rufumleitung schalten. Zum Schutz Ihrer Familie schaffen sie zu Hause DECT-Telefone und WLAN ab, die Verkabelung vermeidet den Elektrosmog. Eltern und ältere Geschwister haben Vorbildfunktion.
Wenn Ihr Kind sich in der Schuldenfalle Handy befindet, oder schon Suchtsymptome aufweist, nehmen sie professionelle Hilfe in Anspruch.

Ist man rückschrittlich, wenn man dieser Technologie kritisch gegenüber steht? Im Gegenteil, in den Schubladen der Ingenieure liegen alternative, unschädliche Kommunikationstechnologien wie zum Beispiel Festnetzeinspeisungen, Inhouse-Repeater oder Multi-hop-Systeme. Wer die heutige, schädliche und technisch veraltete Mobilfunktechnologie verteidigt, stellt sich gegen den Fortschritt.